Hermann Rohlfs Stiftung zur Erhaltung der Teufelskralle

 

Vorwort

 

Als Apotheker ist man sowohl mit künstlich hergestellten Arzneistoffen als auch mit aus Pflanzen gewonnenen Wirkstoffen vertraut.

 

Bei der Recherche über die Herkunft einiger Naturarzneimittel bin ich auf die Teufelskralle aufmerksam geworden. Sie kommt nur in der Kalahari, einer meiner Lieblingsregionen, vor. Buschmänner, so heißt es, kennen die schmerz- und entzündungshemmende Wirkung der Teufelskralle schon seit Generationen.

 

Um den Wirkstoff zu gewinnen werden die Wurzeln ausgegraben und die mehrjährige Pflanze dabei häufig vernichtet. Durch eine vermehrte Nachfrage aus Industrieländern, allen voran Deutschland, ist in den letzten 10 Jahren die Teufelskralle so stark abgeerntet worden, dass die Spezies inzwischen als „bedrohte Art“ eingestuft worden ist.

      

 

 

 

 

 

Seit längerem verfolge ich mit großem Interesse privat initiierte Natur- und Umweltschutzprojekte. Die Teufelskralle ist aus meiner Sicht bislang noch nicht - oder zumindest nicht hinreichend - bzw. richtig in ein Projekt eingebunden worden.

 

Ein Engagement zum Schutz einer Art schien mir nur sinnvoll, wenn mit relativ geringem finanziellem Aufwand ein meßbarer Erfolg erzielbar zu sein scheint. Es galt zu analysieren, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. 

 

Nachfolgend gebe ich verkürzt und vereinfacht die Überlegungen wieder, die mich aufgrund der vermeintlichen Überschaubarkeit dazu veranlasst haben, die Stiftung zur Erhaltung der Teufelskralle zu gründen.

 

 

  1. Das Vorkommen der Pflanze ist regional begrenzt auf die Kalahari. Es muß ein Anbauprojekt in dieser Region stattfinden. Es soll dem Markt Rohstoff aus Plantagenanbau, zumindest eine Quote, angeboten werden können. Eine landwirtschaftliche Fläche wird benötigt.

  2. Es muß erforscht werden, welche Voraussetzungen die Teufelskralle zum Wachstum braucht. Wie und wann gepflanzt wird; wo man Setzlinge oder Samen bekommt; wie dicht, wie tief; wieviel Sonne, wieviel Wasser; wann Wasser. Welche Feinde hat die Pflanze (außer dem Menschen); welchen Boden bevorzugt sie. Da es bislang keine Plantagen in Namibia gibt, wird mit diesen Fragestellungen Neuland betreten. Es galt einen Experten zu engagieren.

  3. Politische Unterstützung in Deutschlad und Namibia ist wünschenswert. Es galt Kontakte zu knüpfen.

  4. Aufklärungs-, Schulungs- und Nachahmungsprojekte müssen gestartet werden.

  5. Kontrollierter Handel und die Einführung eines Gütesiegels „Aus kontrolliertem Handel“ muß initiiert werden.

 

Sicher ist, dass noch viele weitere Detailmaßnahmen nötig sind, um die Art nachhaltig zu erhalten. Die aufgezählten sind aber die Schwergewichte und wie anfangs erwähnt, schienen sie für mich so überschaubar, dass ich mich an die Sache heranwagte.

 

Der Zufall wollte es, dass Anfang des Jahres 2008 in Namibia eine Kalahari-Farm zum Verkauf stand. Auf dieser von mir sodann erworbenen Farm wurde der Stiftung landwirtschaftliche Nutzfläche zum Aufbau der Plantage zur Verfügung gestellt. Auch das Farmhaus und die weiteren Gebäude sind für die Arbeit der Stiftung geeignet. Somit war die Grundvoraussetzung, das Vorhandensein einer Plantagenfläche und eines Standortes, geschaffen.

 

Jetzt, nach fast einem Jahr Stiftungsarbeit, bin ich in einigen Punkten voran gekommen, in anderen ernüchtert und enttäuscht, und wieder andere habe ich zumindest zur Zeit wegen des doch recht zähen Vorankommens vertagt.

 

Alle zukünftigen Entwicklungen, Gedanken, Überraschungen und Rückschläge sind von nun an fortlaufend auf dieser Internetseite nachzulesen.

 

Ich freue mich über Anregungen, konstruktive Kritik, Interesse, Zustimmung, Spenden.

 

- Hermann Rohlfs -

Apotheker in Uslar, mitten in Deutschland im Jahre 2009