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Mai 2012




Wir haben am Dienstag 2/3 der Baby-Pflanzen, ca. 1.700, ausgepflanzt. In jedem Beet zwei Reihen

und der Abstand der Pflanzen in der Reihe betragen 50 cm. Obwohl viele Pflanzen ihre Blätter verloren

hatten, sahen die Wurzeln recht gut aus. Am Tag zuvor haben wir die Beete nass gemacht, damit es sich

besser pflanzen lässt. Nach dem Pflanzen haben wir gründlich bewässert. Da wir jetzt nicht in der

Vegetationszeit sind, wird wohl ein nochmaliges Bewässern nicht erforderlich sein, oder???


Neue Fotos zu diesem Thema finden Sie in unserem Fotoalbum.




Januar 2012




Am Ende der Samensammel-Aktion hatten wir einen stattlichen Haufen Teufelskrallen zusammen. Sodann ging

es an das Aufbrechen der widerspenstigen Fruchtstände, um an die Samen zu kommen. Das Ergebnis waren

ca. 10.000 Samen. Wir hatten also mit den 8.000 schon vorhandenen 18.000 Samen!

Als der Winter sicher zuende war, Ende Oktober 2011, wurden ca. 10.000 Samen nach der vorgeschriebenen

Vorbehandlung in die Baby-Beete ausgebracht.

Die Babies, die wir vor dem Winter gezogen hatten, konnten nun endlich in die Beete umgepflanzt werden.

Das waren ca. 1.000 Baby-Knollen, die noch da waren. Wir haben diese Knollen noch vor der erneuten

Auskeimung aus dem Babybett genommen und nach dem Zick-Zack-Muster gepflanzt, das wir uns vorher

überlegt hatten. Das Ergebnis war deprimierend. Nach 4 Wochen waren keine 20 Pflanzen ausgetrieben.

Viele Tiere, so scheint es, haben sich in der extrem heißen und trockenen Zeit über die frischen Babies

gefreut. Ob Säugetiere oder Insekten, es schmeckte vielen. Dann wollten einige wohl auch gar nicht keimen.

Trotz Wassergabe und bangen Hoffens – es tat sich nicht viel.

Ähnlich frustrierend das Ergebnis der neuen Auskeimungsaktion. Nur wenige Pflanzen kamen hervor.

Dann, im Januar erste stärkere Regenfälle und plötzlich ein verändertes Bild. Sowohl in den Freibeeten,

als auch im Babybeet kommen Pflanzen. Hoffen wir auf reichliche Niederschläge. Das scheint irgendwie

mehr zu bewirken als unser gießen. Oder wir waren zu ungeduldig.

Das Nächste, was nun kommen soll, ist das Aussetzen der neuen Babyknollen in die Freibeete; diesmal

vor dem Winter, also Ende März.

Und dann noch eine nächste Keimaktion.



August 2011




Die Babypflanzen haben im Hochbeet den Winter verbracht. Im September erwarten wir die letzen kalten Tage.

Einige Male, während der Wintermonate, haben wir die „Babys“ in ihren Sandbeeten kontrolliert. Bislang ist

noch kein Austrieb festzustellen.

Ende September, Anfang Oktober werden wir alle Babys aus den Beeten holen, um endlich die ersten Pflanzen

in die Plantagen ausbringen zu können. Alles ist vorbereitet. Die Plantage ist nach der Streifentechnik vorbereitet.

Der Wasserspeichersee ist noch halbwegs gefüllt, die Plantage ist eingezäunt. Genau nach dem Bepflanzungsplan

von Prof. von Willert werden wir die Babyteufelskrallen setzen – 10 cm unter die Oberfläche.

Dann wird nach Plan gewässert und - wir sind gespannt.

Parallel dazu setzen wir die nächste große Keimungsaktion an. Diesmal wollen wir ca. 5.000 Pflanzen ziehen.

8.000 Samen haben wir dafür zur Verfügung – wir hoffen auf eine Keimungsrate von 70 %.

Unsere Nachbarn haben uns erlaubt, unsere Farmarbeiter auf den Nachbarfarmen nach Samen suchen zu lassen.

Unsere Fläche ist bereits im Winter abgesucht worden. Insgesamt hoffen wir auf weitere ca. 5.000 Samen.

Ein großer Erfolg wäre, wenn ca. 10.000 Pflanzen aus den nun beginnenden Keimungsaktionen am Ende des

namibischen Sommers – Ende April also – in der Freifläche der Plantage wachsen würden. Insbesondere haben

wir es dann in Zukunft relativ leicht, Samen zu finden. Die schwierige Suche in der Natur, im trockenen Gras, ist das

begrenzende Moment. Man sieht die Samen, die ohnehin sehr selten vorkommen, nahezu nicht. Im Beet wird es

dann keine Problem mehr sein. Aller Anfang ist halt schwer.




April 2011




Über das Thema Artenschutz Teufelskralle wollen wir einen Dokumentationsfilm drehen.

Dafür reisen wir Ende Februar, mit einem kleinen Filmteam, wieder nach Namibia.

Es gelingt uns gerade noch einige blühende Teufelskrallen zu filmen. Anfang März sind dann alle verblüht.

Nächste Blüte – wer weiß?

Der Film wird sich mit den unterschiedlichen Facetten der Artenschutzprojekte befassen.

Die Pflanze als solche mit den Besonderheiten und ihren speziellen Anforderungen an den Standort.

Die Darstellung der bisher und nach wie vor praktizierten Wildernte

den Verlauf des Herstellungsprozesses:

Pflanze – Ernte – Aufbereitung in Namibia – Transport – Weiterverarbeitung in Deutschland – Medikament

sozialkritische Hintergründe Deutschland – Namibia / Industrieland-Rohstoffland

Lösungsansätze, Perspektiven allgemein

Vorstellung unseres Projektes mit den daraus resultierenden Möglichkeiten

Weiterhin haben wir begonnen ein Ausstellungsfoyer für das Artenschutzprojekt Teufelskralle zu bauen.

Ein kreisrundes Gebäude mit Reetdach und einer eigenwilligen Beleuchtung des Innenraumes wird die Ausstellung

aufnehmen. Es können hier Seminare gehalten werden, Filme und Fotos betrachtet werden. Exponate und

Schaubilder werden ausgestellt. Ein Informationszentrum direkt vor Ort gibt der Stiftung eine abgerundete Präsenz.




Ende Februar 2011




Ca. 3000 Pflanzen wachsen nun im Baby Beet.

Eines Tages sind einige von den Teufelskrallen angefressen. Nach sehr intensiver Untersuchung, wird der Übertäter gefunden.

Eine kleine Raupe die sich zwischen die Ober- und Unterepidermis der Blätter frisst. Es wird eine Raupen-Absammelaktion gestartet.

Die Raupen sind so klein, dass sie fast nicht zu sehen sind.

An den Folgetagen werden die Pflanzen aber trotzdem immer weiter abgefressen. Wir finden nun auch den dazu gehörigen

Schmetterling. Ein kleinen blauer Schmetterling, der in Scharen anfliegt, um seine Eier in den Taufelskrallen abzulegen.

Wir entscheiden uns zu spritzen, andernfalls würden wohl in wenigen Tagen sämtliche Pflanzen aufgefressen sein.

Gleichzeitig düngen wir zum ersten Mal, da die Pflanzen so kümmerlich aussehen.

Hoffentlich sind diese Maßnahmen richtig.

Weiterer Ausbau der Plantagenstreifen, Wasserleistungen legen, Zäune setzen. Eines Morgens, jemand hat wohl das Tor offen

gelassen, sind unsere Kühe in der Plantage. Gut, dass erst so wenige Pflanzen in den Streifenbeeten wachsen. Der Schaden war

deshalb gering. Ich denke über selbstschließende Tore nach…




2010 - Februar 2011




Im Laufe des gesamten Jahres befassen wir uns mit der Verbesserung der gesamten Infrastruktur.

Das Farmhaus ist sehr schön renoviert worden und bietet eine gute Basis. Büros sind eingerichtet. Lagerhallen für Geräte sind gebaut worden. Lagerhallen für die Teufelskralle sind fertig. Sämtliche „Dams“, die Wasserspeicher der Farm sind saniert, die Pumpen neu, Pumpstationen erbaut, alle Wasserleitungen auf vielen Kilometern erneuert. Wege sind gebaut, befestigt und ausgeschildert worden. Das gesamte Areal mit Schutzzäunen gegen Wild versehen worden.

Nach den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Prof. von Willert muss ein Speichersee angelegt werden, der riesige Mengen Wasser bevorraten kann. Das ist ein schwieriges Unterfangen und zieht sich durch das ganze Jahr.

Mal kam der Unternehmer nicht. Dann kam er, aber die Maschinen sind defekt. Dann, wenn die Maschinen nicht defekt, der Unternehmer arbeitswillig und die Maschinen vor Ort sind, regnet es. Ein Regenschauer bedeutet, dass für Wochen nichts, aber auch gar nichts mehr geht. Die Maschinen werden abgeholt. Alles geht von vorne los.

Ende 2010 ist der Speichersee weitgehend fertig. Lediglich die Pumpe um den Wasserstand im Speicher gegenüber dem Wasserstand in der Pfanne ansteigen zu lassen fehlt noch. Das Wehr ist eingebaut und bereit Wasser einzulassen. Der Damm ist mit Ton abgedichtet. Schön, wenn es jetzt regnen würde, dann könnte die Dichtigkeit getestet werden.

Parallel dazu befassen wir uns mit den Teufelskrallen selber.

Es werden kleine Knollen beschafft, sogenannte Babies und in die für die Plantage geplante Region verpflanzt. Die Babies sollen Bedingungen vorfinden wie sie hinterher von den Plantagenpflanzen vorgefunden werden sollen. Also werden Streifenbeete angelegt und zusätzlich künstlich bewässert. Es gehen ca. 20% der Knollen auf. Sehr unbefriedigend. Es sterben davon nochmal die Hälfte im Laufe der nächsten 12 Monate. Noch unbefriedigender.

Samen werden beschafft. Das ist nicht einfach, da die Pflanze selten vorkommt. Und zur Samenreife bereits gar nicht mehr oberirdisch vertreten ist. Also muss man vorher, wenn die Pflanze blüht am Besten, Hunderte und Tausende Pflanzen markieren. Diese Markierungen sind dann nach Monaten noch wiederzufinden und es ist zu hoffen dass die markierten Pflanzen überhaupt Samen produziert haben. Denn das tut die Pflanze auch nicht immer.

Oder sie wird gefressen.

Oder verstirbt vermeintlich grundlos.

Mit den gesammelten Samen werden Keimungsversuche gemacht.

Keimungsrate so ca. 1%.

Schlimm.

Kommt aber noch schlimmer.

Denn die Überlebensrate der Keimlinge ist schlecht.

Schimmel, Schädlinge, Trockenheit, Sonne oder Schatten.

Irgendwas stört wohl immer.

Mit der Unterstützung von Prof. von Willert und der Unermüdlichkeit meines Vaters, dem Wasserbauingenieur, der die Ideen jeweils umgesetzt hat, entstehen sogenannte Baby-Beete. Brutstationen für Teufelskrallenbabies.

Nach wiederum leidvollen Erfahrungen an verschiedenen Standorten bauen wir die Anzuchtbeete einfach in die Plantage. Das ist zwar wegen der Transportwege und der teilweise ständigen Pflege sehr zeitaufwendig – aber es verspricht den größtmöglichen Erfolg.

Nun soll die Aussaat erfolgen.

Die Keimung läuft im ersten Durchgang mit ca. 8000 Samen nach einem über Jahre von Prof. von Willert entwickelten Verfahren ab. Eine komplex zusammengesetzte Lösung sorgt für eine Keimungsfreude, die weit über der natürlichen Rate liegt. Nach spezieller Behandlung und genauer Einhaltung von Zeit und Temperatur kann der Samen in die Aufzuchtbeete ausgebracht werden.

Diese sind vorher schon tagelang auf einen bestimmten Feuchtigkeitsgehalt gebracht worden und mit einem Schutz gegen Schädlinge von unten versehen worden und mit einem speziellen Boden aufgefüllt worden.

7 Tage nach Aussaat sollen die Keimlinge kommen.

Die Plantage selbst ist bereits angelegt worden.

Die sogenannte Streifentechnik ist angewand worden. Sie ist wildfest, 2,70m hoch eingezäunt und immer wieder gejätet worden. Es dürfen nämlich keine „Trinkfeinde“ die Teufelskralle stören.

Es sind Flächen für 5 x 25.000 Pflanzen vorgesehen.

Nur, so viele muss man erstmal haben!!

Zurück zur Babystation.

Nach 7 Tagen schauen wirklich die ersten Keimlinge heraus. Wir schöpfen Mut und setzen die zweite große Samenquellwanne an.

Wenn wir auf 5000 – 10000 Babies kämen, die angepflanzt werden könnten, wäre das ein riesiger Erfolg.

Zum Ende des Jahres 2010 und Anfang des Jahres 2011 läuft der See voll. Der Speichersee somit auch.

Also haben wir nun das ersehnte Wasser das wir im Oktober, wenn wir die Babies auspflanzen wollen, benötigen!

Bleibt zu hoffen, dass die Keimlinge jetzt zu schönen starken Knollen heranwachsen bevor es wieder, so ab Ende Mai, Winter wird in der Kalahari.

Aber auch im Winter werden wir nicht arbeitslos. Dann werden tausende Samen gesammelt. Für die nächste Charge Babies.

Der Stand im Februar 2011 ist also nach vielen Rückschlägen ganz positiv. Ich hoffe im Laufe des Jahres einige 1000 Pflanzen in den Steifenbeeten zu haben.




26.06.2009




Der Baufortschritt an den Unterkünften für die Stiftungsarbeit wurde in Augenschein genommen. Das Farmhaus konnte weiter vervollständigt werden, auch die Gestaltung des Gartens geht voran. Es wurden die weiteren Schritte besprochen.

Ein Problem stellt der insgesamt unaufgeräumte Außenbereich dar. Überall liegt Müll, Schrott, Bauschutt etc. herum. Die Behausungen für die Farmarbeiter sind desolat.

Eine Lösung könnte das Anlegen einer kleinen Mitarbeitersiedlung auf der gegenüberliegenden Seite der B1 in Kalkrand sein. Ein Gespräch mit der Gemeindeverwaltung ergab, dass dort Bauplätze ausgewiesen werden sollen. Wir haben sofort Interesse für 10 Bauplätze angemeldet. Dort könnten sodann Wohnhäuser gebaut werden, die dem Stand der Technik entsprechen und jetzige und zukünftige Mitarbeiter wären angemessen untergebracht.

Ein weiteres Anliegen war die Sanierung der Wasservorratstanks (Dams), der Leitungen, Pumpen etc.. Hier sind 2 Dams bereits grob saniert, die Windmühlenpumpen leidlich repariert. Die Qualität der Arbeiten ist nicht zufriedenstellend. Hier muß gründlicher vorgegangen werden, zum Teil neue Materialien gekauft werden. Die Wasserleitugnen sind zum Teil neu verlegt worden. Jedoch heillos verwirrend über das Gelände verteilt. Hier müssen neue Verlegetrassen gewählt werden. Wassertanks werden neu angeschafft und im Boden vergraben.

Das Hauptanliegen ist jedoch das Anlegen der großen Wasserspeicher in der Trockenpfanne oberhalb des Farmhauses. Wir sind verabredet mit einem Tiefbaubetrieb aus Mariental. Bei der Ortsbegehung wird mein Wunsch, 3 Teiche mit 4 m x 5 m x 20 m anzulegen als voraussichtlich machbar eingestuft. Jedoch ist die Pfanne nicht ganz trocken. Sie hält noch den letzten Rest des Niederschlages aus der Regenzeit vom März. Ein Arbeiten in dem nassen, tonigen Boden ist nicht möglich. Wir verabreden im September oder Oktober zu beginnen.

Die Wasserspeicher sind für das Anbauprojekt von zwingender Bedeutung, da das aufgefangene Wasser im Oktober die Teufelskrallen initial bewässern muss, damit diese die Vegetationsphase beginnen. (siehe Erläuterungen Erkenntnisse mit Prof. von Willert).

Es wurden stichprobenartig die natürlich vorkommenden Teufelskrallen untersucht. Es bestätigt sich, dass die Vegetationsphase wieder zu kurz war. Austreiben im März, Frost und damit Ende der Vegetationsphase im Juni. Es reicht zeitlich gerade eben aus für Samenbildung, nicht jedoch für das Wachstum der Knollen, die aber den begehrten Rohstoff, das Harpagosid, enthalten.




01.03.2009




Weitere Aktivitäten zur Stiftung:

Vorantreiben der Baumaßnahmen

Entwickeln der Werbemaßnahmen

Imagebroschüre, Logo-Entwicklung

Herr Strauss reist für eine Woche zum Projekt um sich einen ersten Überblick über den Stand der Bauaktivitäten zu verschaffen

Korrespondenz mit Zimmerleuten über weiteres Vorgehen in Namibia

Zimmerleute reisen Ende März wieder nach Namibia

weitere Zimmerleute angeheuert

Planung und Umsetzung, wie Werkzeug und Spezialwerkstoffe nach Namibia gebracht werden können

Erarbeitung von Material- und Werkzeuglisten

Materialbestellungen in Namibia

Ummeldung des Geländewagens in Namibia auf meinen Namen

ich reise Ende März wieder nach Namibia – Fortschritte auf Baustelle ansehen – Koordination weiterer Maßnahmen