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Ergebnis der wissenschaftlichen Bestandsaufnahme:

Auffällig ist, dass im namibianischen Hochsommer (Januar) die Pflanzen eigentlich noch gar nicht ausgetrieben sind. Es sind nur ca. 5 % der Pflanzen zu diesem Zeitpunkt grün. Die Situation im Boden sieht wie folgt aus: Sehr alte Pflanzen mit wenigen Seitenknollen. Das bedeutet, dass die Pflanzen nicht optimal gedeihen, sonst hätten sie mehr Knollen gebildet.

 

Bevor wir eine These formulieren können, müssen folgende Informationen einfließen:

 

Im Oktober beginnt in Namibia der Frühling, die Temperaturen steigen tagsüber auf über 30 Grad. Das ist die Mindesttemperatur bei der die Teufelskralle wächst. Frost, zwischen Mai bis Juli möglich, lässt die oberirdischen Teile absterben. Unter 30 Grad treibt die Pflanze nicht aus.

Initial wird zusätzlich Regen zum Austreiben benötigt.

Kommt nun also ab Oktober (Frühling) Regen, so beginnt die Vegetationsphase der Teufelskralle. Der oberirdische Spross erscheint, die Pflanze blüht, produziert Samen. Danach werden die Seitentriebe (Knollen) ausgebildet, in denen die Pflanze Nährstoffe und Wasser speichert.

Die Pflanzen wachsen so lange, bis kalte Temperaturen oder gar Frost die Wachstumsphase beenden. Es wird Winter (Mai).

 

In der West Kalahari herrschen folgende klimatische Bedingungen:

     

  • Frühling: Sept., Okt., Nov. 30 – 35 Grad, trocken nur vereinzelt einige Schauer (sogenannte kleine Regenzeit)

  • Sommer: Dez., Jan., Feb., März, April > 40 Grad (Februar Regen, sonst trocken)

  • Herbst: April, Mai ca. 35 Grad, trocken

  • Winter: Juni, Juli, August < 25 Grad, trocken, nachts teilweise Frost

 

Unsere These entsteht, wenn man die Vegetationsphase der Teufelskralle mit den klimatischen Bedingungen zusammenfügt. Erst im Februar fällt der initial zum Austreiben notwendige Regen. Die Pflanze treibt somit Ende Februar, Anfang März aus. Im Mai ist wegen der niedrigen Nachttemperaturen die Vegetationsphase beendet. Rest Februar, März, April, Anfang Mai mithin also 3 Monate Vegetationsphase.

 

3 Monate Vegetationsphase sind zu kurz um die Seitenknollen zu produzieren. Es reicht gerade für die Blüte und den Samen.

 

Der Zustand der vorgefundenen Pflanzen bestätigt die These, so dass wir die These als Fakt einstufen können. Diese nun gewonnene Erkenntnis hat für das weitere Vorgehen im Plantagenprojekt jedoch gravierende, ja essentielle Auswirkungen:

Die Plantage muss im Oktober bewässert werden um die Vegetationsphase zu verlängern (auf dann 7 ½ Monate).

 

Eine Plantage ohne Bewässerung ist sinnlos, da die Teufelskralle nicht zum Ausbilden der Knollen, die nun mal das Erntegut darstellen, kommt.

Nun gibt es aber keine Erfahrungen, wie viel Wasser zum Zweck des Austreibens einer Teufelskralle gereicht werden muss. Es liegen nur Erkenntnisse über die Erhaltungsbewässerung bereits ausgetriebener Pflanzen vor.

 

In der südlichen Kalahari führen die Oktoberniederschläge ( 100 mm) zum Austreiben der Pflanze. Prof. v. Willert und Herr Rohlfs legen auf der Grundlage dieser Beobachtung die Initialbewässerung auf 100 mm Niederschlag fest = 100 Liter/m².

 

Alle aufgeworfenen Frage sind unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse zu beantworten.

 

  1. Wie viel Ertrag soll die Plantage pro Jahr bringen?

     

    1 Pflanze bringt in 4 Jahren 0,4 kg

    25.000 Pflanzen = 10 to in 4 Jahren!

    man muss 4 Jahre in Folge je 25.000 Pflanzen setzen, also 4 x 25.000 Pflanzen

    = 100.000 Pflanzen Gesamt, um in jedem Jahr 10 to liefern zu können

    10 to getrocknete und geschnittene Wurzelknolle haben einen Wert von ca. 30.000 €

     

  2. Wie viel wird der Markt nachfragen?

     

    Zu Spitzennachfragezeiten waren 1000 to / Jahr im Markt. Da die Nachfrage jedoch stark rückläufig ist, weil die Krankenkassen in Deutschland die Teufelskrallenpräparate nicht mehr bezahlen und eine Bewerbung des Präparates nicht forciert wird, kann ein Einbruch auf 100 – 250 to pro Jahr als möglich angenommen werden.

    Da der Markt aber gerne Präparate geklärter Qualität und Herkunft nachfragt, kann eine Abnahme von nur 10 to aus Plantagenanbau als gesichert angenommen werden.

 

  1. Wie viel Fläche benötigen die Pflanzen?

     

    Es sollen, wegen der leichteren Bewirtschaftung, Parzellen angelegt werden.

    60 m x 100 m lässt das ausgesuchte Terrain zu. Es sollen 10 Pflanzstreifen in jeder Parzelle 100 m lang angelegt werden. Ein Pflanzstreifen besteht jeweils aus 3 m Wildwuchs und 3 m Kulturland.

 

 

Veg. Wild

 

 

 

 

3 m

Teufelskralle

 

 

 

 

3 m

Veg. Wild

 

 

 

 

3 m

Teufelskralle

 

 

 

 

3 m

 

 

 

 

    Die Teufelskrallen stehen 50 cm auseinander und versetzt.

    Somit kommen 4 Pflanzen auf 1 m, 400 auf 100 m. Ein Streifen ist 3 + 3 m = 6 m breit.

    Bei 10 Pflanzstreifen, 6 m breit, 400 Pflanzen/Streifen und 100 m Länge, haben wir eine Fläche von 60 x 100 = 6.000 m² / Parzelle

 

 

 

Veg. Wild ↕ 3 m

*** Teufelskralle 3 m

Veg. Wild 3 m 10 Streifen mit 3 m Vegetation

*** Teufelskralle 3 m + 3 m Kultur (Teufelskralle)

Veg. Wild 3 m

*** Teufelskralle 3 m

Veg. Wild 3 m = 6.000 m²

*** Teufelskralle 3 m = 4.000 Pflanzen

Veg. Wild 3 m

*** Teufelskralle 3 m

Veg. Wild 3 m

*** Teufelskralle 3 m

Veg. Wild 3 m

*** Teufelskralle 3 m

Veg. Wild 3 m 60 mtr.

*** Teufelskralle 3 m

Veg. Wild 3 m

*** Teufelskralle 3 m

Veg. Wild 3 m

*** Teufelskralle 3 m

 

100 mtr.

 

    Eine Pflanze hat eine freie Fläche von 0,75 m² (ohne Wildwuchs)

    Eine Pflanze hat eine Gesamtfläche von 1,5 m² (mit Wildwuchs)

 

 

 

     

  1. Welche Fläche ist geeignet, wo soll sie liegen?

     

    Die Fläche die zur Plantage werden soll, muss möglichst in der Nähe des Farmhauses, wegen der Erreichbarkeit (kurze Wege), liegen.

    Da Bewässerung zwingend notwendig ist, muss die Plantage in der Nähe einer anzulegenden Zisterne oder eines anderen großen Speichers liegen.

    Die optimale Fläche ist in den nördlichsten und westlichsten Dünen der Farm gelegen.

    Nach 2 Tagen Vermessung der Fläche, kommt folgende Aufteilung zustande:

 

 

 

2.000 Pfl.

3.300 Pfl.

 

 

 

 

5.000 m²

3.300 Pfl.

 

 

 

 

5.000 m²

3.300 Pfl.

 

 

 

 

5.000 m²

3.300 Pfl.

 

 

 

 

5.000 m²

3.300 Pfl.

 

 

 

 

5.000 m²

4.000 Pfl.

 

 

 

 

 

 

 

6.000 m²

4.000 Pfl.

 

 

 

 

 

 

 

6.000 m²

4.000 Pfl.

 

 

 

 

 

 

 

6.000 m²

 

60 m

45.000 m² = 30.000 Pflanzen

 

  1. Welchen Wasserbedarf haben die Pflanzen?

     

    Annahme: 100 mm im Oktober

    Bei Bewässerung von 45.000 m² sind das 4.500 m³.

    Bei Bewässerung von den Streifen mit den Teufelskrallen sind das 2.250 m³.

 

 

  1. Wie soll man an diese Menge Wasser in der Wüste kommen?

     

    Im Februar regnet die riesige Pfanne unterhalb des ersten Dünenkammes voll und es entsteht ein Süßwassersee. Für ca. 2 Monate maximal bleibt das Wasser, bis es vollends verdunstet ist, in der Pfanne.

    Die Idee ist nun, an einer Stelle eine Grube, 20 m breit – 40 m lang und 5 m tief, aus zu heben. Der Grund soll mit Plastikfolie und einer Tonschicht abgedichtet werden. Die Oberflächenverdunstung muss durch eine aufzubringende Plastikfolie reduziert werden. Auf diese Art soll es gelingen, das Regenwasser bis zum Oktober aufzubewahren.

 

    Fest steht: Es fällt durchaus genug Niederschlag. Er fällt aber im Februar und eben nur im Februar. Wasser wird jedoch im Oktober gebraucht – 100 Liter/m².

     

    Wenn nur die Hälfte des Wassers aus der Grube bei den Pflanzen ankommt, ist die Initialbewässerung , die einem Niederschlag von 100 mm entspricht, gelungen.

     

    Eine Tiefbaufirma aus Mariental ist beauftragt, die Grube mit einem Bagger auszuheben. Wir hoffen, dass der Untergrund nicht zu felsig sein wird – je tiefer die Grube, desto kleiner wird die Oberfläche sein und somit die Verdunstung geringer.

     

    Auf dem Dünenkamm oberhalb der Anbaufläche, beabsichtigen wir große Vorratsgefäße aufzustellen. Ab Oktober soll Wasser aus dem Vorratssee dorthin gepumpt werden und die Initialbewässerung kann begonnen werden. Wenn, nachdem die 100 mm versickert sind, noch genügend Wasser vorhanden sein sollte, werden ab dem Zeitpunkt des Auskeimens bis Ende Januar alle 2 Wochen weitere 10 mm gegeben.

    Der natürliche Niederschlag im Februar beträgt ca 300 mm und kommt genau zu der Zeit, wo die Pflanze Wasser für die Knollenbildung benötigt.

     

  1. Wo bekommen wir Teufelskrallenpflanzen her?

     

    Prof. v. Willert hat eine Aufzuchtstation in Südafrika. Dort werden aus Samen kleine Mutter- oder Stammwurzeln (vergleichbar mit Möhren) gezogen. Prof. v. Willert nennt Pflanzen dieses Stadiums Babies.

     

    Diese Babies sind die optimale Vegetationsstufe zum Auspflanzen. Da sich die Aufzuchtstation aber in Südafrika befindet, wäre eine Einfuhr nach Namibia und eine Ausfuhr aus Südafrika erforderlich, mit aller Bürokratie. Ein weiteres nicht minder gewichtiges Problem ist die große Anzahl benötigter Babies – ca. 30.000 Stück. Bislang können nur einige 1000 pro Saison produziert werden. Die Lösung scheint das Errichten einer eigenen Aufzuchtstation zu sein.

    Prof. v. Willert erklärt den Aufbau einer solchen Station und es werden Aufzeichnungen gemacht.

 

    Die Kunst ist wohl, die Keimrate der Samen zu einem größeren Prozentsatz als 2 % hin zu bekommen. Hierfür ist eine nur Prof. v. Willert bekannte Chemikalienmischung von Nöten. Wir verabreden die Anzuchtbeete zu bauen und Prof. v. Willert wird uns die Chemikalien zusammenstellen. Samen muss zugekauft werden.